Die Lage in Karlsruhe

Politik-Podcast aus der Freien Wähler | FÜR Karlsruhe Fraktion

Wohnungsnot in Karlsruhe?

Mit Hausverwaltungs-Expertin Renate Krogmeier-Vieten

29.05.2024 28 min

Zusammenfassung & Show Notes

 Heute geht es um die Probleme des Wohnungsmarktes in Karlsruhe und Deutschland. Dazu sprechen wir mit der erfahrenen Karlsruher Hausverwalterin Renate Krogmeier-Vieten. Wohin geht die Entwicklung? 

Links
🔗 Uns gibt's auch als Videocast auf Youtube unter "Die Lage in Karlsruhe"
https://www.youtube.com/playlist?list=PL2d-xPkSlKwOwFVL_MlJvyC2Tygi-Op8h

🔗 Aufzeichnung des Karlsruher Verfassungsgesprächs "Herausforderung Wohnen"
https://www.youtube.com/watch?v=FrCZ0XrrkNQ

🔗 Karlsruher Stadtentwicklungsstrategie 2035 Wohnen und Bauen
https://web6.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/PDF/2021/2021-Stadtentwicklungsstrategie-2035-Wohnen-und-Bauen.pdf

🔗 Karlsruher Mietspiegel
https://web6.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/statistik/mietspiegelrechner/mietspiegel-2023.html

🔗 ZDF zu Wohnen in Wien
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/wien-wohnen-sozialer-wohnungsbau-100.html

🔗 BNN-Artikel zur Bettensteuer
https://bnn.de/karlsruhe/karlsruhe-stadt/bettensteuer-in-karlsruhe-darum-schlagen-die-hoteliers-nun-alarm

🔗 SWR-Artikel zum Zweckentfremdungsverbot in BaWü
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/zweckentfremdungsverbot-104.html

🔗 Unsere Stadträte https://fwfuer.de/fraktion/

 🔗 Antrag im Gemeinderat zu Betriebswohnungen für KiTa Fachkräfte
https://fwfuer.de/betriebswohnungen-fuer-paedagogische-fachkraefte-7135/ 


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Transkript

Also ich sehe das auf einem guten Weg deswegen, weil wie selten vorher die Probleme auch mal benannt wurden und man nicht einfach so, naja, es ist halt so schlimm, dass man wirklich bemüht ist, etwas daraus zu machen. Ja, Hallo zusammen da draußen, willkommen zu unserer neuen Podcast-Folge. Heute haben wir einen interessanten Gast. Es geht rund das Thema Wohnen. Renate Grogmeier-Fieten hat viele lange Jahre hier in Karlsruhe eine Hausverwaltung betrieben oder gehabt. Ich weiß nicht, wie man dazu sagt. Wie viele Jahre? Vielleicht stellst du dich einfach selbst mal mit ein paar Worten vor. Seit ca. 40 Jahren war ich selbstständige Verwalterin. Bin seit Januar jetzt in Rente. Beschäftige mich aber natürlich nach wie vor mit meinem Leib- und Magenthema und bin da eigentlich noch ziemlich drin. Und wenn ich eure Fragen beantworten kann, tu ich das ja gerne. Ja. Das Thema Wohnen berührt ja viele Menschen in Karlsruhe. Und deswegen gibt's eigentlich zwei Schlagworte. Das eine ist, dass der Wohnraum sehr knapp ist. Es gibt zu wenig, gefühlt. Und Das andere ist immer, sag ich jetzt mal, bezahlbarer Wohnraum, was immer das auch heißen mag, finde ich eine schwierige Floskel. Das heißt ja immer, bezahlbar für wen. Gibt's da ein Patentrezept von dir als erfahrene Hausverwalterin? Wie komme ich an eine Wohnung, wenn ich eine suche? Was kann ich tun? Da darf ich gleich mal erwähnen, das 24. Verfassungsgespräch hat ja in der letzten Woche einen Tag vor dem Geburtstag des Grundgesetzes stattgefunden. Ich habe da auch teilgenommen, es war hochinteressant Und da wurde mir von den drei Gs berichtet. Das war, also eine Wohnung zu erlangen, sei Geduld, Glück und Geld erforderlich. Wobei das Wort Geld immer wieder in diesem Gespräch auftauchte. Ganz bemerkenswert natürlich auch, dass auch hier das ein ausdrückliches Thema beim Verfassungsgespräch war. Also das heißt, es ist jetzt nicht nur in Karlsruhe so ein wichtiges Thema, Das berührt eigentlich bundesweit alle. Sie wollen wirklich den Menschen helfen von politischer Seite, von allen Seiten eigentlich. Und das ganz große Problem, und das habe ich dort auch mitgenommen, ist einfach, dass diese bisherigen Prognosen, die gemacht wurden, ganz sicherlich ganz sorgfältig, aber völlig falsch. Die ganzen Prognosen haben sich leider als nicht richtig erwiesen. Prognose für was? In Bezug auf die Bevölkerungsentwicklung. Auch Karlsruhe hat ja 2021 beispielsweise, das heißt, ich muss noch mal nachschauen, Stadtentwicklungsstrategie 2035. Tolles Wort. Ein sehr, sehr langes, aber sehr sorgfältig erarbeitetes Papier. Aber auch hier müssen wir davon ausgehen, dass wir mit all den Zahlen ganz vorsichtig umgehen müssen. Ich habe mir dann einfach im Vorfeld nochmal ein bisschen die Zahlen herangeholt. Ausreichendes Wohnraumangebot ist eben unter diesem Blickwinkel sehr schwierig so griffig zu sagen. Diejenigen, die eben über diese besprochenen 3G verfügen, haben da nicht so ganz die Probleme. Und dann müssen wir halt auch die Eigentumsstrukturen betrachten, die nach meinen Recherchen in Karlsruhe ähnlich sind wie bundesweit. Ich bin dann einfach auch da draufgekommen, dass wir im Grunde genommen, von gemeindlicher Seite oder der öffentlichen Hand her zu helfen, vielleicht bei 20 Prozent des Wohnraumangebots. Ich hab kürzlich gelesen, dass Deutschland da ganz schön hinterherhinkt, was die Eigentumsquote betrifft, dass die Länder uns rum eigentlich deutlich mehr Wohneigentum die Bevölkerung hat. Dass Karlsruhe doch, ähm, sag ich, oder nicht Karlsruhe, Deutschland, doch mehr in Miete wohnt. An was liegt das? Das ist wirklich ganz schwer zu beantworten. Ich bin der Frage auch ein bisschen nachgekommen, bin aber dann quasi parallel dazu, zu der Aussage gestoßen, dass die Deutschen im Durchschnitt wesentlich mehr von ihrem Gehalt für die Miete bezahlen als die umliegenden Länder. Es aber an sich im Querschnitt gesehen als nicht so bedenklich betrachten. Aber das sind immer halt so allgemeine Abfragen. Die Einzelfälle sind damit natürlich nicht gefasst. Das ist gar keine Frage. Was würden Sie sagen, wenn man jetzt schaut, wir haben große Wohnungsbaugenossenschaften. Volkswohnung. Volkswohnung, wir haben private Ferienwohnung. Mit Ferienwohnung. Wie heißen Sie? Wohnungsbaugesellschaft. Ja, gemeinnützige. Welche Rolle spielen die und welchen Anteil haben die am Ganzen? Ich hab's ausgerechnet, das steht auch übrigens im Internet, das wurde auch übrigens bei dem Verfassungsgespräch noch mal ausführlich erwähnt, dass jede achte Wohnung in Karlsruhe von der Volkswohnung vermietet wird. Jede achte? Jede achte. Also, da sind wir dann ungefähr bei diesen 20 Prozent, wenn ich dann noch die anderen gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften dazu rechne. Wobei ich immer drum bitte, diese Zahlen nicht als Absinthe. Das kann nur Wobei man da ein dickes Lob an die Volkswohnung geben muss, aus meiner Sicht. Sie ist sehr bemüht, auch was zum Beispiel den Wechsel der Wohnungen. Ältere Menschen geben viel mehr Wohnraum an junge Familien ab und Ähnliches mehr. Sind sie sehr, sehr bemüht, hier ein bisschen zu helfen. Allerdings bin ich nicht darüber informiert, inwieweit das Ganze über Beratungsgespräche irgendwie rausgegangen ist und Früchte getragen hat. Das kann man sehr schwer Doch, doch, da gibt's schon Ansätze von der Volkswohnung. Aber die sagen, es wird noch gar nicht so intensiv genutzt. Also es gibt mehr Anfragen, die gerne tauschen würden, wie die, die sagen, ja, ich bin bereit. Ein paar wenige. Ist vielleicht auch differenziert, aber wenn ich jetzt in meinem Umfeld beobachte, muss ich sagen, es kommt vielleicht auch zum Teil, natürlich ist in der Vergangenheit zu wenig gebaut worden über einen gewissen Zeitraum. Jetzt versucht man ja auch bundes- und landespolitisch da ein bisschen Fahrt aufzunehmen, obwohl man die prognostizierten 400.000 Wohnungen, glaube ich, nicht ganz schafft. Nein, nein, Herr Buschmann hat sich gleich entschuldigt. Ja, aber es ist definitiv in den letzten und damit meine ich jetzt weiter zurückliegend, also nicht in den letzten fünf Jahren davor schon zu wenig gebaut worden, das ist das eine und dann beobachte ich, dass doch die Single- haushalte im Vergleich zu vor 20, 30, 40 Jahren zugenommen haben. Und zwar nicht nur, dass die Senioren, wenn ein Partner stirbt, sagen, ich bleibe in meinem Haus, weil ich will mich nicht mehr umgewöhnen, ich will ja gar nicht aus meinem Wohnumfeld weg und ich liebe das Haus und was auch immer, sondern auch gerade junge Menschen, die eine relativ gute Ausbildung genossen haben, wollen ja heute auch alle oder viele Abitur machen und studieren und haben einen guten Beruf. Die sagen, ich kann mir's leisten, ich nehm mir eine Zwei- oder Dreizimmerwohnung. Wie man vor 40 Jahren noch eher die Tendenz war, mit dem Freund oder dem zukünftigen Ehemann zusammen eine Wohnung zu sehen und heute sagen, ich bleibe erst mal alleine. Ja, aber genau, das ist ein ganz, ganz wichtiger Punkt, den du da ansprichst, weil das natürlich die Anfrage nach Wohnraum unglaublich aufbläht. Außerdem sind eben Singles, die ja gerade in Karlsruhe haben wir ja sehr viel gut dotierte Positionen zu vergeben und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können sich dann eben auch sehr guten Wohnraum leisten, auch größere Flächen, die dann natürlich wegfallen. Das ist gar keine Frage. Aber das ist natürlich Der Markt, der ist da. Und der wird natürlich dann so bedient. Und letztendlich bestimmt ja dann auch der Markt den Preis? Durch das, dass es so wenige Wohnungen gibt? Ganz kurz, also da habe ich mir dann doch noch mal, also da hat die Stadt Karlsruhe aus meiner Sicht relativ gut reagiert, indem sie beispielsweise hier den Mietenspiegel hat. Ich habe ja auch mal so einfach aus Interesse noch mal nachrecherchiert, wie diese Mietpreise sich entwickelt haben. Kann man ja auch jederzeit im Internet nachlesen, das müssen wir ja jetzt nicht jede Zahl hier. Außerdem wurde die Mietpreisbremse seit dem 4.6.2020 eingeführt und das sind doch kleine Parameter aus meiner Sicht, die Sache etwas zu regulieren. Wobei natürlich immer, wenn es nicht angezeigt wird oder wenn der Mieter oder die Mieterin es nicht nachverfolgt. Wobei der Mietenspiegel... Vielleicht kann man ganz kurz sagen, Mietpreisbremse bedeutet, ich darf nicht mehr als 10 Prozent über diesem ortsüblichen Mietspiegel bleiben. Wobei der Mietenspiegel ja für jeden einsehbar ist, finde ich auch sehr lobenswert, dass auch ein Mieter oder eine Mieterin sich die Merkmale ihrer Wohnung anschauen kann oder seiner Wohnung. Da muss man die Herren auch mal mitnehmen. Und dann kann man nachvollziehen, ob die Parameter eingehalten worden sind und was dann wirklich als Kaltmiete rauskommt. Also, das ist aber dann auch wieder eine Sache, aus meiner Sicht, dass es da doch eine gewisse Regulierung gibt, die man auch nicht unterschätzen sollte. Unser OB sagt ja, durch unsere Wohnungsbaugenossenschaften und Mietspiegel gibt es eine Dämpfung in Karlsruhe im Vergleich zu anderen Städten, dass wir eigentlich eher unterm Durchschnitt sind in Karlsruhe. In Wiesland kann man das friedlich sagen, ich erinnere mich, Wien zum Beispiel. Ja, das Wien wurde jetzt im Verfassungsgespräch als wunderschönes Schlaraffenland dargestellt. Fast alle Wohnungen gehören der Stadt, der Kommune. Ja, und die haben die halt auch nicht verkauft. Genau. In eigener Verwaltung. Richtig. Und die Frau Warger, Diese Zukunftsforscherin, die ja auch im Rahmen dieses Verfassungsgesprächs im Podium saß, berichtete ja, die kommt aus Wien. Die hat also, dann wurde immer wieder befragt zu diesem Schlaraffenland, wie schön das doch sei. Allerdings vielleicht doch nochmal bei uns zurück. Diese Mietpreisbremse und der Mietenspiegel haben natürlich auch so Löcher. Wenn ich jetzt beispielsweise meine Wohnung neu vermieten möchte und ein paar Einbaumöbel reinbaue, dann komme ich in eine andere Kategorie. Es lässt sich einiges tun, aber im Großen und Ganzen bin ich der Auffassung, dass das eine gute Sache ist. Das nicht wirklich alles so nach dem Motto, da kommen zehn, ich meine, ihr wisst ja, wie das heute läuft, die Wohnung, da kommen dann 50 Bewerbungen. Und so nach dem Motto, früher war das ja so, der, der das meiste geboten hat, hat es dann bekommen, denke ich mir mal. Und ja, das ist halt, wir Menschen sind halt alle ein bisschen... Und glaubst halt auch so ein bisschen schon auch mit Sympathie, ob einem jetzt jemand sympathisch ist. Da gibt es ganz witzige Anekdoten. Also in seinem Freundeskreis erzählt mir dann zum Beispiel jemand, ja, ich würde jetzt nicht an alleinstehende Herren vermieden, weil die putzen dann jetzt so, dann ist das Bad nachher verkalkt und solche. Also ich glaube, solche Soft-Facts gibt es immer noch. Wobei ich denke, ich kenn Männer, die putzen besser als manche Frauen. Ich wollt's grad erwähnen. Das würd ich jetzt so Da müssen wir den Männern wirklich mal helfen. Das wüsste ich, über was Sie bei der Mieterauswahl drüber nachdenken. Peter, da müssen Sie mal drüber reden. Du putzt hervorragend, Friedi. Jetzt haben wir ja eigentlich so über den Mietpreis und so weiter gesprochen. Ja, aber einen Punkt haben wir noch nicht beleuchtet. Das Problem ist ja auch, dass die Herstellungskosten, ich meine, du hast viele Häuser verwaltet, auch die, die neu gebaut wurden. Ja, ja. Also die Vorschriften fürs Bauen und natürlich auch die Herstellungskosten, gerade in den letzten zwei Jahren ja so exorbitant angestiegen sind. Und dass ich dann gar nicht mit so einer super günstigen Miete hinkomme, weil irgendwo muss es sich ja für mich auch rechnen. Da möchte ich noch ergänzen, auch die Bestandsimmobilien dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren. Wenn ich heute vermietende Eigentümerin bin und der Wasserhahnen muss erneuert werden, dann bezahlt man eben auch wesentlich höhere Löhne an die Handwerker. Und wenn ich das halt auf die Miete rumrechne, muss es rauskommen. Es ist ein sehr zweischneidiges Schwert und da spielen so viele Dinge auch eine Rolle mit. Man darf das jetzt natürlich Ist nie pauschal, was wir sagen. Aber wir wollen ja die verschiedenen Aspekte beleuchten. Ich muss sagen, in der jüngsten Vergangenheit sind auch so zwei, drei Beschwerden bei uns aufgepoppt, dass doch immer mehr Wohnungen dem Wohnungsmarkt entzogen werden, durch dass jetzt gar nicht mal alle in einem Haus, aber in so einem Block mit acht, neun Wohnungen, ein, zwei wegfallen, die dann als Ferienwohnung vermietet werden und ganz schlau nicht mal direkt, oft an eine Firma und die Firma betreibt dann die Ferienwohnung. Und die Beschwerden gehen natürlich auch in die Richtung, dass man sagt, naja, die haben dann gar nicht so die Auflagen wie jetzt, wenn ich ein Hotel betreibe, muss ich ja Brandschutz und Hygiene vorschriften, ich muss die Leitungen spülen und das fällt ja dann alles so ein bisschen unter diesem Raster durch. Und Die Mehrheit des Gemeinderats hat ja auch eine Bettensteuer beschlossen. Ja, wolltest gerade erwähnen, ab 2025. Genau, wie die dann erfasst werden sollen, weil das wäre ja die nächste Ungerechtigkeit, wenn die da unter das Raster fallen. Ja gut, also Du kennst meine Auffassung zu diesem Thema. Es gibt sehr große Wohnanlagen, wo gezielt auch Wohnungen gekauft werden von Kapitalanlegern. Also nicht nur eine, es gibt viele, die dann eben auch als Ferienwohnungen vermietet werden. Das hat nicht nur Störungen für die Leute, die drumrum wohnen, zur Folge. Wenn ich beispielsweise solche sehe, es wohnt auf einem Flur, wohnen 2, 3 ältere Menschen, die eigentlich total erschrecken, wenn alle zwei Wochen wieder neue Leute ein- und ausgehen, die teilweise auch nicht richtig eingeführt werden. Dann klingeln die irgendwo. Also, es ist eine wirklich große Problematik. Und was wir halt haben, also bei den Miethäusern, wo ein Eigentümer ist, der entscheidet das ja selbst. Bei Wohnungseigentümergemeinschaften hat der Bundesgerichtshof eben dazu ganz klar Stellung bezogen, dass eine Wohnung so vermietet werden kann, wie der Eigentümer das will. Also jetzt Prostitution natürlich ausgeschlossen, das ist immer ein No-Go. Aber als Ferienwohnung und so weiter, habe einige Urteile noch mal nachgelesen. In einem Fall wurde dann so vorgetragen, dass, wenn es in der Teilungserklärung, in der Gemeinschaftsordnung, enthalten ist, dass für Ferienwohnungen nicht vermietet werden darf, dann ist es ausgeschlossen. Und wenn nicht, dann ist es halt ein ganz großes Problem. Und das Problem, was halt jetzt ich aus meiner Erfahrung einfach sehe, ist, dass ein Wohnen, wo man sich wohlfühlen möchte, eigentlich damit einhergeht, dass das Umfeld nicht allzu schnell immer wieder sich ändert. Und mit Fremden Also, dass da ständig andere Leute durcheinanderspringen, das ist nicht so schön. Ich sag ja sogar, das größere Problem damit, dass eben halt viele Regelungen, die die Professionellen vermieten, also das Hotel und Pensionen, dass alles, was denen an Reglerungen aufgedrückt wird, dass das damit ja umgangen wird. Ja, und dann ist es natürlich auch so, wenn ich das der Presse so entnehme, ich glaube, das wirst du bestätigen, wir haben ja inzwischen Hotelzimmer genug und an sich, Ja, wenn ich eine Ferienwohnung habe, hab ich natürlich die ganzen Vorschriften nicht zu beachten. Brandschutz, Bettensteuer wird da wohl auch nicht anfallen. Das heißt, es ist eigentlich nicht in Ordnung, dass man hier praktisch den Hotels das Leben schwer macht. Und die Wohnungen fehlen am Wohnungsmarkt. Und die Wohnungen fehlen ganz klar am Wohnungsmarkt. Wir brauchen ja Oft werden ja so Einzimmer-Appartements hierfür genommen, wo Studierende beispielsweise ja Händeringend Wohnraum suchen. Genau, da schließt sich für mich eine Frage an. Und zwar, die Linke haben einen Leerstandskataster gefordert vom Gemeinderat. Das bedeutet, dass die Leerstehen in Wohnungen erfasst werden und dann im Wohnungsmarkt zwangsweise fast zugefügt werden. Ich weiß, ich hab's gelesen. Ich weiß aber, in Karlsruhe gibt es einen relativ geringen Leerstand, 3 Prozent, glaube ich, wird gesagt. Jetzt wäre es interessant, von Ihnen zu hören. Was sagen Sie? Also, erstens mal würde das ja dann bedeuten, dass man jemand anderen ausforschen muss. Irgendjemand muss ja durchlaufen. Bei Ferienwohnungen wäre es Gut, bei den Falschprager funktioniert das ja scheinbar wunderbar. Aber da muss ich ehrlich sagen, ich bin nicht auf der Seite dieser Menschen. Ja, wir finden es auch schwierig. Ja, also wir haben da auch gesagt, das können wir so nicht mitgehen, weil es geht schon in die Richtung Denunzianten-Zone. Letztendlich ist es auch so, man weiß oft nicht, warum die über einen längeren Zeitraum leer stehen. Es kann sein, das ist vererbt worden, man ist sich nicht einig oder plant einen größeren Umbau. Es ist schwierig zu erfassen. Ich weiß auch nicht, ob das für die Stadt Karlsruhe der Aufwand, den wir da mit betreiben müssten Das ist ja der Personal Das ist von Ihnen interessierend. Sie sehen den Markt besser als wir. Was sagen Sie dazu? Ich würde sagen, Es ist sehr schlecht praktikabel. Es würde unwahrscheinlich viel Personal binden, ohne wirklich dann, wie du ja schon die Stichworte geliefert hast, ich muss sie nicht wiederholen, das wirklich alles erfassen zu können. Es kann durchaus sein, wir haben ja sehr viele Fälle, wo ältere Menschen dann ins Pflegeheim kommen, die aber noch davon überzeugt sind, dass sie wieder zurück in ihre Wohnung können. Auch wenn es tatsächlich nicht so sein kann, Sie können nicht einem älteren Menschen, der grade wahrscheinlich krankheitsbedingt, weil er sich nicht allein versorgen kann, können Sie doch nicht den vor die Alternative stellen, jetzt sein Eigentüm aufzugeben. Damit haben Sie ihn ja praktisch schon fast einen Todesstoß versetzt. Das ist ja auch eine menschliche Geschichte, die wir berücksichtigen müssen. Und da schlägt mein Herz halt immer für diese Menschen, die dann quasi so einen Tritt bekommen. Da müssen wir ganz vorsichtig sein. Ist ja auch die Frage, ob das rechtlich möglich ist überhaupt. Nee, das halte ich auch für Es gibt schon einen Wurz. Ja, aber es ist ganz schwierig. Es ist eine hohe Bürokratie. Ja. Genau. Wie bei vielem, was er eben bringt. Ja, gut, aber zum Beispiel, wenn ich jetzt noch mal an unsere Ferienwohnungen hier gehe, gibt es ja die Möglichkeit. Es gibt in anderen Städten schon die Möglichkeit. Wir haben das in den Städten Freiburg, Stuttgart, Heidelberg und Konstanz. Wenn ich die Aussagen, ich habe es ein bisschen recherchiert, nachvollziehe, muss ich sagen, durchaus positiv. Das heißt, es sind also sehr viele Wohnungen, die dann wieder dem Markt zugeführt werden konnten. Und das wäre von der Stadt natürlich ohne weiteres zu machen und würde dann zwar einen kleinen Schritt bedeuten. Und da wäre natürlich bei Wohnungseigentümergemeinschaft durchaus die Möglichkeit da, dass auf der Eigentümerversammlung ein Tagesordnungspunkt beschlossen wird, dass der Verwalter beauftragt wird, Fälle, die ihm bekannt sind, an die Behörde weiterzumelden. Nicht umgekehrt, dass die Behörde praktisch durch sämtliche Wohnanlagen von Groß Karlsruhe durchmarschieren muss. Das würde auch praktisch bedeuten, dass keiner den Stempel des Denunziantentums aufgedrückt bekommt, was ich ganz schrecklich finde. Ja, finde ich auch. Finde ich auch schwierig. Wir reden eigentlich jetzt, was die Ferienwohnungen angeht, von dem sogenannten Zweckentfremdungsverbot. Mhm. Das hier durchgesetzt wurde. Das kann aber die Kommune erlassen? Ja, das kann die Kommune entlassen. Und bei uns darf Wohnraum nicht einfach in was anderes umgewandelt werden? Ja, ganz genau. Und das wäre halt natürlich zu den übrigen Schritten, die wir vorhin ja schon Mietpreis und so weiter besprochen haben, wäre das halt eine weitere Stellschraube, vorhandenen Wohnraum, also nicht schon wieder ans neue Bauen denken, sondern vorhandenen Wohnraum dann eben artgerecht zu nutzen, sozusagen. Ja, sinngerecht. Also du hast eingangs was gesagt, das hat mir sehr sehr gut gefallen, die drei Gs. Ja, mir auch. Geduld, Glück, ich glaube da, das können viele üben. Beim Geld wird es dann schon schwieriger. Da muss man sich natürlich nach der eigenen Decke strecken. Wenn du jetzt, du hast ja lange Jahre Hausverwaltungen gemacht, was wäre denn dann so dein ultimativer Tipp? Ich ziehe jetzt nach Karlsruhe mit meinem Ehemann und mit meinen zwei Kindern und bin auf Wohnungssuche. Guckt man heute noch in die Zeitung oder die Internetportale? Was sind so die Tipps oder die Geheimtipps der Hausverwaltung? Wo findet man am besten eine Wohnung? Da muss man halt sagen, ich werde oft auch mal angesprochen, ob ich nicht helfen kann. Ich versuch's natürlich auch, aber das kann man ja fast vergessen. Nichts kann man nicht für Teufelskleidung machen. Aber es geht fast alles nur noch übers Internet. Ja, klassische Wohnungsanzeigen und so. Und wer zuerst kommt, der bekommt's halt. Gibt's da noch so einen Tipp, Wie muss man da auftreten? Kommt man mit der fertigen Mappe, Papa mit Anzug, Mama im Kleid? Auf was kommt's an? Ja, da muss ich jetzt wieder von mir ein bisschen ausgehen. Mir gefallen einfach Menschen, die sich nicht verstellen am besten. Die einfach so rüberkommen, wie sie tatsächlich sind. Also, wenn die so, wie man früher immer gesagt hat, so Stiefstaats, ne? So, sich ein bisschen Ja? Zu Recht. Also, dann denk ich oft, nee. Aber man merkt es dann eigentlich schon, wenn sie so natürlich daherkommen. Wobei ich auch noch betonen möchte, das hatten wir in unserer Verwaltertätigkeit auch oft, dass es wirklich sehr viele Vermieter gab und gibt, die größere Wohnungen hatten und immer Familien mit Kindern bevorzugt haben, weil sie immer gemeint haben, die Wohnung ist ja groß genug, und dann könnten wir doch für Familien mit Kindern Möchte ich dann lieber als Mieter haben. Das gibt's eben auch. Genau, ich glaub, das ist wichtig, dass man den Mieter, Vermieter, nicht einfach so ein Image gibt. Gar nicht. Ich hab sehr positive Erfahrungen gemacht. Das kann ich auch nur bestätigen. Es gibt natürlich immer, ich sag mal, schwarze Schafe. Schwarze Schafe gibt's in jeder Branche. Aber das sollte nicht den Blick davon abwenden, einfach mal auch auf die positiven Dinge zu gucken, wo auch sehr viele Vermieter eher etwas geringere Mühe haben möchten, wenn sie wissen, dass ihre Wohnung gut gepflegt wird. Das alles sozusagen. Aber so weit Nach unten darf man auch nicht abweichen. Nein, natürlich nicht. Dann sagst du, nein, da machen wir nicht mit. Diese Fälle gibt es auch. Gutmenschentum wird bestraft. In dem Fall auf jeden Fall. Wenn Sie die Faktoren, die Sie besprochen haben, so anschauen, Was bleibt übrig im Schluss? Ist eine positive Prognose möglich, sind die positiv gestimmt oder denkt ihr eher, es wird schwierig? Also positiv stimmt mich auf jeden Fall, dass es bundesweit wahrgenommen wird, dass sich sogar ein Verfassungsgespräch mit diesem wichtigen Thema befasst, dass auch die Politik sehr bemüht scheint, hier Wege aufzuzeigen, wobei beispielsweise auch noch mal von Seiten Bushmann und so weiter, der war ja mit als Gesprächspartner im Podium, auch ganz klar gesagt wurde, dass wir versuchen müssen, von dem hohen Level auch bei Neubauten runterzukommen und eher mal dann zu sagen, Wir bauen für eine Klientel, da muss nicht überall ein überdachter Fahrradplatz, Abstellplatz oder bei drei Stockwerken ein Lift sein oder so, sondern wirklich ein bisschen runtergefahren, damit man dann einfach mit geringeren Herstellungskosten auch niedrigere Mieten rechnen kann. Ich fänd den Ansatz auch spannend, dass man sagt, man verkauft Wohnungen oder verbietet Wohnungen im veredelten Rohbau. Also mit gar nicht so viel Innenausbau, weil ganz viele Menschen ja handwerklich begabt sind, sagen, okay, dann kann ich's mir mit meinem Budget so herrichten. Das wird schon gemacht. Ich denke, das ist für die Zukunft auch was, gerade wenn man sagt, man muss aufs Geld schauen, wo man sagt, da kann ich viel in Eigenleistung machen. Das macht die Sache für mich günstiger. Aber das wird auch schon immer so. Es gab immer schon, auch aus meiner Erfahrung her, gab's dann Eigentümer, die gesagt haben, okay, den Innenausbau oder die und die Gewerke mach ich eigentlich selbst. Das muss jetzt nicht sein. Ich meine von Mieterseite, dass man sagt, wie Mieter. Das ist aber ein ganz schwieriges Feld. Da kommt es immer drauf an, dass man die Verträge ordentlich fasst. Haftung dann und so weiter. Ja, das ist nicht ganz so ohne. Das käme immer, da würde ich mich auch nicht auswagen. Da müsste man immer im Einzelfall dann nochmal nachhaken, wer jetzt diesen Laminatboden oder Parkettboden... Wer die Fliesen so krumm an die Wand geklatscht hat. Ja, ja gut, das sind schon Dinge, also da würde ich das nicht verallgemeinern, Aber nochmal auf Ihre Frage einzugehen, ich sehe das eigentlich schon dann auf einem guten Weg. Deswegen, weil das wirklich, wie selten vorher, die Probleme auch mal benannt wurden. Und man sich auch dessen bewusst ist, dass es eben dass man nicht einfach so Ja, es ist halt so schlimm. Dass man wirklich bemüht ist, etwas daraus zu machen. Also insgesamt würde ich die Entwicklung als positiv bewerten, weil einfach die Probleme jetzt wirklich erkannt wurden und auch angegangen werden. So hab ich den Eindruck. Mhm. Das ist doch schon mal ein richtig gutes Schlusszitat. Vielen Dank für das tolle, informative Gespräch, liebe Renate Krogmeier-Vieten. Ich glaube, wir haben den Wohnungsmarkt von ganz verschiedenen Facetten heute beleuchten können. Und wenn es Ihnen, wenn es euch gefallen hat, dann lasst uns doch ein Like da oder schreibt uns eine E-Mail, was euch gestört hat, was nicht stimmt, was wir heute erzählt haben. Wir freuen uns über alle Zuschriften, natürlich ganz besonders über positive und sagen Tschüss, bis zum nächsten Mal.