Die Lage in Karlsruhe

Politik-Podcast aus dem Gemeinderat

Abschied, Teamgeist und mutige Visionen

mit Daniel Fluhrer

13.10.2026 22 min

Video zur Episode

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Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge von „Die Lage in Karlsruhe“ begrüßt Friedemann Kalmbach Daniel Fluhrer, den scheidenden Baubürgermeister der Stadt Karlsruhe. Nach acht Jahren erfolgreicher Amtszeit spricht er mit Friedemann Kalmbach offen über bewegende Momente, herausfordernde Projekte, aber vor allem über die Bedeutung von Teamgeist und Wertschätzung im kommunalpolitischen Alltag.
Gemeinsam blicken sie zurück auf prägende Projekte wie den Ausbau des Wohnraums und die Herausforderungen rund um die Stadthalle, beleuchten aber auch ungewohnte Rückschläge und mutige Visionen für das Stadtbild Karlsruhes. Im Zentrum steht dabei stets der Mensch und der Wunsch, Stadtentwicklung für alle Bürger erlebbar und lebenswert zu gestalten.
Was bleibt nach einer vollen Amtszeit? Welche Aufgaben und Visionen bestimmen die Zukunft? Daniel Fluhrer gibt inspirierende Einblicke – nahbar, offen und mit dem Fokus auf das, was Karlsruhe wirklich bewegt.

Mehr Informationen zu unserer Arbeit im Gemeinderat Karlsruhe findest du auf https://fwfuer.de.

Transkript

Herzlich willkommen zur neuen Folge die Lage in Karlsruhe. Wir haben heut einen speziellen Gast, einen sehr sympathischen Gast, den Daniel Flur hier bei uns, Baubürgermeister, 8 Jahre in Karlsruhe, jetzt am Ende seiner Amtszeit. Herzlich willkommen. Herzlichen Dank für die Einladung. Ich war sehr begeistert von deiner Verabschiedung. Es war anders als sonst. Und was mich begeistert hat war, in deiner Rede hast Du sehr viel über Menschen gesprochen. Du hast nicht über Bauwerke, die dir da gelungen sind oder Projekte, die mir vorzeigen könnte, gesprochen, sondern über Menschen. Das gesprochen mit Menschen, was dir wichtig war, an diesem, an jenem und sehr wertschätzend. Das war auch für mich beeindruckend. Also ist es so da das Schwergewicht 1 Baubürgermeisters, Menschen mit Menschen umzugehen, Mensch zu gewinnen? Lieber Friedemann, lass mich zunächst, bevor ich die Frage beantworte, dir auch persönlich ganz herzlich Danke sagen. Danke für diese gemeinsam 8 Jahre, für diese wertschätzende Unterstützung von deiner Seite aus. Ich hab das immer sehr genossen. Du bist ein großer Menschenfreund und das hab ich auch spüren dürfen. Du warst auch für mich da in schwierigen Zeiten. Und Du bist 'n kluger Politiker. Ganz spannend auch zu sehen, wie Du im Gemeinderat agierst, weil Du diese unterschiedlichen Perspektiven, die die Parteien immer, müssen sich ja immer 'n bisschen abgrenzen voneinander, damit man sagt, warum muss ich gewählt werden. Und Du bist jemand, der das zusammenführen kann und eine gemeinsame Perspektive immer in den Raum gestellt hat. Das fand ich sehr spannend. Insofern ganz herzlichen Dank für die Zeit. Vielen Dank. Und das bildet vielleicht auch die Brücke zu deiner Frage. Tatsächlich ist ja spannend, wenn man seinen Schreibtisch aufräumt, man so überlegt, nach 8 Jahren ist ja eigentlich eine lange Zeit, was bleibt. Dann ist es naturgemäß so, dass man natürlich auch an Projekte denkt. Aber wirklich interessant und spannend für mich waren tatsächlich die Begegnungen, die unterschiedlichen. Und das ist son Mehrwert, da durft ich in Karlsruhe viele tolle Persönlichkeiten kennenlernen und deshalb dachte ich, das ist eigentlich auch 'n schönes Motto für sone Verabschiedung. Absolut. Ich hab da einen Mitarbeiter beobachtet, da war lief so manche Träne, oh son Paket mit lauter Briefen von wertschätzenden Verabschiedungen. Wie ging's dir dabei? Es war schon ein besonderer Moment irgendwie zwischen dem Gefühl, man ist auf der eigenen Beerdigung auf der einen Seite, was was son Abschied ist, allerdings natürlich mit 'nem anderen Setting auf der anderen Seite, aber auch diese ungeheure Wertschätzung, die einen ja schon selber auch emotional ziemlich anpackt. Mhm. Insofern ist das 'n Spannungsfeld gewesen, das nicht einfach war. Ich war auch dankbar an dem Abend, dass es eine gelungene Veranstaltung aus meiner Sicht war. Sie war sehr familiär, das hab ich auch sehr genossen. Und tatsächlich gab's, glaub ich, wirklich viele wertvolle Begegnungen in meiner Zeit. Mhm. Und das wirkt ja über diese Zeit auch hinaus. Ich hatte eine tolle Mannschaft und deshalb konnt ich mich da auch ehrlicherweise auch so herzlich bedanken, dass ich auch sagen konnte, alle die wichtigen Erfolge und Projekte, die man als Bürgermeister naturgemäß sich auch gern selbst ans Revier heftet, hab ich ja auch meinem Team quasi direkt wieder vorgelegt und mich bei Ihnen bedankt, weil am Ende sind's die vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten, die in der Stadtverwaltung auch da wichtige Arbeit machen. Und die Erfolge sind eigentlich die Leistung meines Teams. Und da hatt ich doch einige und deshalb konnt ich die sozusagen auch direkt wieder weitergeben. Erfolge sind Ergebnis 1 deiner Teamarbeit. Was würdest Du oder welcher welcher Erfolg würdest Du besonders hervorheben? Also man kann in vielen Bereichen sehen, dass wir in manchen Themen wirklich vorangekommen sind, in manchen auch eher nicht. Da kann man sich ja auch noch mal vertieft einsteigen. Was mich besonders gefreut hat, weil ich immer wieder die Frage gestellt hab, was brauchen unsere Bürger? Es ist sehr wichtig, in der Verwaltung denkt man oft, was brauchen die einzelnen Einheiten oder was ist die Linie von dem und dem Bürgermeister? Für die Stadtgesellschaft ist aber natürlich relevant, was kommt bei Ihnen an in Ihrer Lebenswirklichkeit? Insofern war für mich immer Frage, was bringt's dem Karlsruhe? Mhm. Die ist hier Müller, wenn man so möchte. Und da war das große politische Thema, dass ja in Umfragen auch jetzt immer wieder rauskommt, 70 Prozent der Rückmeldungen, das ist der Wohnraum. Mhm. Insofern freu ich mich wirklich, dass es, und das ist ja in Karlsruhe 'n besonderer Pluspunkt, den Karlsruhe hat, die eigene Immobilientochter, die Volkswohnung. Mhm. Dass es im Durchschnitt jetzt statistisch gerechnet uns gelungen ist, in den 8 Jahren an jedem Arbeitstag, sind 250 etwa im Jahr für 2 zusätzliche Personen neuen Wohnraum zusätzlich in Karlsruhe herzustellen, allein über die Immobilientochter. Mhm. Und das freut mich dann doch, weil das ist mühsam, ja. Das es klingt vielleicht auch wenig pro Tag, aber wenn man sieht 4000 Personen Natürlich. Sind mit neuem Wohnraum versorgt worden. Wenn man sieht, was 'n August Klingler Areal für eine Riesenleistung Leistung ist mit 350 oder 360 Wohneinheiten, das ist ja eine jahrelange Entwicklungs- und Projektarbeit mit vielen Baustellenproblemen. Also wenn man son Projekt dann hinbekommt, dann freut man sich doch schon sehr. Und das sind natürlich Themen, die auch dann wirken. Absolut. Woran liegt's, dass die Wohnungen dann immer noch nicht reichen? Na gut, Karlsruhe ist eine attraktive Stadt. Mhm. Wie gesagt, immer ist es ja 'n offenes System. Mhm. Jeder kann nach Karlsruhe kommen. Wir freuen uns auf der anderen Seite, dass wir tolle Arbeitsplätze haben. Wir haben 'n tolles IT Cluster, tolle technische Ingenieurskunst mit dem KIT. Es gibt ja viele spannende Arbeitsplätze in Karlsruhe. Die Juristerei ist da. Also wenn man so die Facetten durchdekliniert, dann möchte man auch gerne nach Karlsruhe kommen. Da freuen wir uns für die Arbeitsplätze, aber man bringt dann oft seine Familie mit und dann wird's schwierig, wenn man seinen Arbeitsplatz hätte, aber wo wohnt die Familie dann? Na, da hab ich noch tatsächlich eine persönliche Frage. Du sprachst von Karlsruhe an seiner Herzensstadt. Ja. Jetzt ist die Karlsruhezeit vorbei, die Arbeitszeit, dieses Engagement in Karlsruhe. Bleibt es dein Herzensstadt oder hast Du eine neue Erkoren? Ja, das hab ich deshalb gesagt, weil meine Frau und ich schon bevor ich in Karlsruhe tätig war, so überlegt haben, wo ist eigentlich unsere Stadt, wo man an besonderen Anlässen beispielsweise am Hochzeitstag eigentlich gerne hingeht, wo man so einfach die Stadt genießt, ja? Man hat ja zu Städten auch 'n unterschiedlichen Bezug. Und wir saßen immer so traditionell für uns am Ludwigsplatz zum Hochzeitstag, war 'n bisschen shoppen in der Stadt und es hat uns einfach gut gefallen. Karlsruhe ist ja auch von der Fachwelt, bin ja von Hause aus Stadtplaner, ist ja die Vorzeigestadt in Baden Württemberg. Und ich hab immer auch mitm doch neidischen Auge auf Karlsruhe geschaut, was Karlsruhe tolle Projekte macht, ja. Und mein Lebensziel war nicht, Baubürgermeister zu werden. Ich war eigentlich auch zufrieden als Amtsleiter Stadtplaner, hab das genossen. Aber wir hatten eine Liste für uns, also meine Frau und ich und haben gesagt, Sie wär bereit, das ist ja einfach eine Frage der Partnerschaft, ja, auf mich zu verzichten. 'N Baubürgermeister hat noch 'n anderes Arbeitslevel als 'n Amtsleiter bei gewissen Städten. Und wir hatten sone Liste und da war zuerst Karlsruhe, da gab's noch 2, 3 andere Städte wie Heidelberg, Esslingen und Konstanz, wo wir so gesagt haben, die würden uns gefallen, da wird man auch gerne leben. Und das wär sone Herzenssache. Karlsruhe war ganz oben unerreichbar damals. Das war halt so, wie man's manchmal macht, bei 'ner Tasse Kaffee gut gelaunt. Und man hat gesagt, wenn man sich's aussuchen könnte und wünschen, dann wär das das Traumziel. Mhm. Und dass das 1 Tages mal kommen würde, hätten wir jetzt auch nicht erwartet damals. Du hast von Erfolg gesprochen, also Teamerfolg, Wohnungen sind geschaffen worden. Gab's 'n richtige Flop, wo Du sagen würdest, ah, das das ging total in die Hose? Also es gibt sicher einige Flops auch. Also vor allem dort, wenn man die Hoheit über Systeme nicht hat, beispielsweise das ganze Baugebiet, das Gröner entwickelt hat, ja, wo dann die Stadt Karlsruhe eigentlich 'n Grundstück hat, vom Bund sich sichern wollen. Der alte Flugplatz ist nicht zum Zuge gekommen, weil ein Dritter, so ist ja die Lebenswirklichkeit, dann mehr Geld bietet fürs Grundstück. Mhm. Dann schafft eine Kommune, das ist ja Ehrenwertplanungsrecht für diesen Dritten. Mhm. Und dann schafft's der 3. Nicht, aber son Projekt zu entwickeln. Das ist natürlich bitter. Das ist ja 'n Flop, der auch auf uns zurückschlägt faktisch. Und es gab auch einige Flops natürlich bei uns in vielen Baustellen und Themen und Bereichen, wo man hätte natürlich sich theoretisch auch im Ideal ganz andere Schnelligkeit, Lösungen und Ergebnisse sich wünschen würden. Insofern ist das, glaub ich, wenn man in der Verwaltung arbeitet, auch immer ein Ringen zwischen Höhen und Tiefen ist das ganze Spektrum auch dabei. Wie sieht deine Bilanz aus bei der bei der Stadthalle? Die Stadthalle ist 'n spannendes Projekt. Ich bin ja reingekommen mittendrin, da war die Stadthalle schon gesperrt. Sie war ja davor schon wegen Brandschutz, ich weiß nicht, 5 Jahre oder 3 bis 5 schon gesperrt, bevor ich einsteigen durfte. Mhm. Und die Kollegin hatte sozusagen die Federführung. Ich bin dann so allzeitenkompagnon mit eingestiegen. Und wir sind in die Situation direkt gekommen, wo das Ingenieurbüro, das die die Leistung, die Planung nicht leisten konnte für die technische Lösung der Stadthalle. Und dadurch, dass man in früheren Zeiten gesagt hat, man will die Baustelle möglichst kurz halten für die Stadthalle, weil die Messe ja faktisch Ausfälle damit hat mit großen Minuszahlen, hat man gesagt, man versucht alle Planungen, Gewerke, Baustelle schon parallel laufen zu lassen. Heißt faktisch, man hat die Planung noch nicht fertig, die Handwerker sind aber schon mit den ersten Leistungen vor Ort. Wenn dann die Planung stockt, sind alle Handwerker, 50 bis 70 Gewerke schon alle an Bord, haben Verträge und kommen nicht weiter und stellen natürlich ihre täglichen Rechnungen, weil sie sagen, zeitliche Verzug, Verzögerungen, wie auch immer, muss ja mein meine Mannschaft auch einteilen. Und in dieser Situation bin ich eigentlich in die Stadthalle eingestiegen. Mhm. Und es waren schon auch Themen, wo man nachts nicht schläft, also wo man wirklich auch zum Teil keine Lösungen hat. Weil eigentlich ist es die Idee ja gewesen, man hat 'n Gebäude aus den Achtzigerjahren, 40 Jahre alt, man baut die Technik raus, die alte baut die neue Technik ein. So wird man So einfach. So wird man abends auch sagen am Stammtisch. Das kriegt man auch hin, wenn man schon mal eine Garage gebaut hat. Aber die heutigen Vorschriften sind so schwierig und schlagen so durch, dass man Rohrleitungen nicht mehr nebeneinander legen kann, weil sie Abstände brauchen. Man muss zu jeder Brandschutzklappe heute hinkommen, sie revisionieren können. Früher hat man das halt zugespachtelt und alles zugebaut. Mhm. Man muss heute hinkommen an das System. Das heißt, man hat ganz andere rechtliche Vorschriften. Und das Ingenieurbüro ist verzagt, diese Vorschriften mit der Technik wieder einzubauen. Und unser großes Glück war, dass die SSP AG, die wir dann gewonnen haben als weiteren Auftrag auch für die technische Planung es geschafft hat, hier eine Lösung zu finden. Und sie haben sie auch nur gefunden, indem man eine Lösung gefunden hat, die ein anderes System vorschlägt. Also die frühere Lösung war, jeder unterschiedliche Saal, Brahmzern, Weinprmer Saal, all die unterschiedlichen tollen Räume werden mit Luft ja sozusagen bedient. Das ist ja 'n Gebäude gleichzeitig. Die Luft wird auch sozusagen mit mit Wärme und gereinigt, also sozusagen versorgt. Das ist eine Riesenlogistik. Wenn man überlegt, da sitzen 1000 Leute in einem Saal und sie brauchen Luft für jeden in sonem Saal. Das sind Riesenkanäle, die in diesem Haus verlegt waren. Und die Idee war nicht, jeden Raum mit so viel Luft auszustatten, dass jeder Sitzplatz faktisch Luft bekommt gleichzeitig, weil so viel Personen gar nicht in allen Räumen gleichzeitig im Haus sein könnten. Nach Brandschutz dürften es 4000 sein. Man hätte, wenn man das addiert, meine ich bis 6000 Personen Luft. Das heißt, die Idee war, die Kanäle auf 4000 Personen auszulegen wie son Ringsystem. Und in dem Raum, wo die Personen sind, dann immer die Luft rein- und rauszuziehen. Das heißt, weniger Material, mehr logistische Steuerung, mehr mehr Technik, mehr Intelligenz und so schafft man das heute auch. Aber das macht natürlich die Kosten dann auch wieder anders, weil sie natürlich mehr Technik und Systeme und Steuerung brauchen. 2 neue Planer. Genau. Also auch neue Ideen, neue Technik, Umplanen und das alles im laufenden Bauprozess hat uns viel Schweiß und Tränen gekostet. Ich freu mich sehr auf nächsten Montag, wenn das Bundesverfassungsgericht 75 Jahre feiert mit Ministerpräsident, Bundespräsident oder Ministerpräsidenten, muss man sagen. Es sind fast alle angemeldet. Funktioniert alles. Es funktioniert alles. Wir haben uns getestet. Und ich freu mich sehr, weil dann die Stadthalle wirklich diese Genialität, die dieses Eventcenter ja faktisch hat, ausspielen kann. Ich war im Bramtshals bei dieser Probeveranstaltung und ich war als Fünfzehnjähriger auch zu meinem ersten Konzert drin gesessen. Allerdings durch die Schließung auch viele Jahre nicht mehr und hatte nicht mehr in Erinnerung, dass die Akustik so faszinierend ist. Also es wird ein tolles Erlebnis auch für unsere Bürgerschaft. Es wird die gute Stufe wieder sein. Mhm. Insofern bin ich sehr froh, dass das jetzt auch in meiner Amtszeit abgeschlossen werden konnte. Ich bin allen Beteiligten, Ingenieurbüros, Bauhandwerkerfirmen, dem ganzen Team SSP AG sehr dankbar, dass dieser gordische Knoten auch gelöst werden konnte. Also bisschen schmerzlich schon über die Kosten. Ja, absolut. Aber das nicht mehr rückgängig zu machen. Es war dann nicht mehr zu stoppen und dann läuft die die Finanzuhr faktisch weiter. Und dann kann man auch nicht sagen, am Ende jetzt schließt man die Kabel nicht mehr voll an oder macht die Decke nicht mehr zu, ja. Jetzt und wir fragen's zu dir als Stadtplaner. Da spielt ja eine Schönheit. Also die Stadt soll auch schön sein, also nicht nur funktional, Wohnung, Hauptsache irgendwie gebaut. Es muss irgendwie das ganze Ensemblestimmung, Kunst ist ausleben oder bist Du zu sehr eingezwängt in 1000 Sachen? Also vielleicht noch kurz. Ja. Ich erleb dich als Ästhät, als 1, der sehr viel Wert drauf legt, dass die Dinge wirklich gut, schön, qualitativ und optisch gelungen sind. Also ich hab, glaub ich, 2 Seiten. Ich kann sehr pragmatisch, aber wenn ich's mir aussuchen dürfte, würd ich's auch schön und ästhetisch haben. Mhm. Ich glaube, wenn wenn wir Gäste haben und aufm Marktplatz die Gäste stehen, sagen sie schon, Mensch, ihr habt eine schöne Stadt hier in Karlsruhe. Also Schönheit macht schon was mit 'ner Stadt. Es war, glaub ich, auch Friedrich Weinbrenner auch nicht unwichtig, dass es eine Schönheit, auch eine Ordnung hat, sodass jeder hat es ja auch unterbewusst so im Gefühl, dass es 1 1 1 große Klarheit auch in der Gestaltung hat. Was mir als Stadtplaner besonders gutgetan hat, ist, dass wir wirklich auch experimentell über die Entwicklung der Stadt diskutiert haben, ja. Wir haben ja gesagt in Karlsruhe dadurch, dass wir räumlich begrenzt sind, das Wachstum der Stadt mit 1 wachsenden Stadt geht eigentlich nach oben in die Höhe Mhm. Und hatten ja auch mit einem Kolloquium mit internationalen Experten mal wirklich alles aufn Tisch gelegt, was man sich denken kann. Ein Hochhauswald mit 17 Hochhäusern ums Ettlinger Tor, also auch verrückte Ideen, wenn man das so möchte. Es hat uns geholfen, auch zu fragen, welche dieser Ideen passt denn exakt auf Karlsruhe? Mhm. Und haben jetzt mit diesem Ettlinger Tor System, dass man 2 Hochhäuser mit Landratsamt und Stadtpalais gegenüber 2 große Hochhäuser bekommt, die son modernes Tor bilden und dann vom Schlossturm aus, dass es dann den erweiterten Weinbrennerblick gibt, der zwischen Rathaus und Stadtkirche die Türmchen von Weinbrenner noch mal so in der heutigen Zeit dann auch vermittelt. Also ich glaub, das sind schon Ideen, die einem als Stadtplaner auch guttun. Mhm. Und ich hatte neulich eine Truppe an Gästen, die von außerhalb auch kamen bei dem Empfang der LBBW Stiftung und hab sie so übers Etglinatur geführt und was wir in Karlsruhe hier vorhaben. Und da haben auch die Gäste gesagt, das ist toll, weil das 1 1 1 1 Entwicklungsperspektive 1 Stadt ist, die nicht jede Stadt ja hat und das macht Karlsruhe aus. Insofern ja, Ästhetik spielt schon auch immer eine Rolle und ich glaub, der Bürger spürt's am Ende auch. Genau. Leider zu meinen eigenen Bedauern ist das UFO nicht gelandet. Was sagst Du dazu? Also man muss ja ehrlicherweise sagen, die Idee von Winni Maas, da einen ein 1 Gebäudekörper herzustellen, der 'n bisschen ähnlich ist wie in Rotterdam. In Rotterdam gibt's ein Museum, das eine ähnliche Form hat, also auch so wie sone Schale, wie sone Vase, komplett verspiegelt. Und 'n Stadtgarten drauf ist 'n Museum drin und 'n Restaurant oben. Ich war dort extra und hab mir das angeschaut. Das sind schon Gebäude, die natürlich faszinierend sind, die international dann Gäste auch anziehen. Karlsruhe hätte so was aus meiner Sicht auch vertragen. Jetzt ist man in der heutigen Zeit natürlich in 'ner anderen finanziellen Lage angekommen, wo das vielleicht auch eher peinlich wär. Mhm. Zur damaligen Zeit, das war ja noch vor Corona, da ging's eigentlich noch immer bergauf so gefühlt, war das schon eine Idee, die Karlsruhe in eine andere Liga hätte führen können. Mhm. Was was ich 'n bisschen bedauert hab, ist, dass es natürlich, das Bild war 'n bisschen ungeschickt, vielleicht weil das Ufo Like auch da stand und die Presse hat es gerne auch genommen und vielleicht gesagt, der Flora ist durchgeknallt und möchte den Ufo landen lassen. Aber man hat eigentlich die Grundidee, dass man das Ettlinger Tor als Bruch zwischen 1 historischen Stadtstruktur, wo Räume erlebt werden, in dem Straßengassen Plätze einen Raum bilden. Das ist ja wie aufm Marktplatz. Da ist sozusagen die Gebäudefront, die Tapete 1 Platz Wand, 1 Platzwand 1 Raumes. Das bricht ja so an der Kriegsstraße. Da ist ja im Prinzip zwischen Staatstheater und Landratsamt eigentlich eine freie Zone, wo wo die Gebäude so in 'ner freien Zone auch einzeln sich positionieren, also bisschen autistischer Stadt Städtebau. Und das zu überbrücken mit 1 neuen Geste, die sone Visa Vie Perspektive zum Schloss hätte geben können, hätten Stadtbücherei vielleicht reinkönnen können. Also man hätte sich schon, wenn man träumen darf, da einiges vorstellen können. Und wir hatten damals auch philosophiert, da braucht man vielleicht auch 'n Mäzenentum, die so was fördern, weil sie sagen, das ist eine Idee, wo vielleicht jemand vom Ausland aus London auch nach Karlsruhe fliegt, so was anzuschauen. Mhm. Und das dürfte natürlich ja nicht den Stadtsäckel belasten. Aber soweit sind meine Diskussion auch gar nicht gekommen, weil die Idee schon so verrückt war. Vielleicht war sie auch ein 1 bisschen zu kühn für Karlsruhe, also für die die Karlsruher Befindlichkeit. Das könnte sein. Jetzt war's so bei dir, dass Du als Nachfolger von Michael Oberth gekommen bist und nach dir wird der Aljascha Löwler kommen. Man ist sozusagen für eine gewisse Ära prägt man die Stadt. Jetzt gibt's für die Sprache, wie ein Mosaik, das sich so aufbaut. Empfindest Du, was wird so eine Überschrift machen über diese diesen Teil, diesen Anteil, den Du für Karlsruhe geliefert hast? Also meine Überschrift wär Dankbarkeit. Mhm. Jetzt gar nicht, weil ich jetzt sage, ich hab dieses und dieses direkt zu verantworten. Natürlich hat man viel zu verantworten, aber ich möcht mir diesen diese aus meiner Sicht gute Zeit gar nicht ans Rebell heften, sondern eigentlich möcht ich's meiner Mannschaft attestieren für die Superleistung, die sie gebracht hat. Da haben wir das wieder das Team. Aber es ist das Team. Aber es ist auch tatsächlich so, man man hat ja als Bürgermeister lauter Rahmenbedingungen. Es geht ja nicht drum, dass man morgens an 'n Schreibtisch denkt und sagt, ah, was will ich jetzt heute Tolles machen für die Stadt? Sondern man hat lauter Themenfelder. Und das Höhenentwicklungskonzept hat Michael Obert noch begonnen. Das konnte ich sozusagen ausführen und prägen. Und so wird's Themen geben, die ich angestoßen hab, die Aljörscheröffler weiterführt. Insofern ist das immer eine Facette, die man sich dann auch eigentlich zum Teil vielleicht auch zuschreiben könnte. Aber am Ende war ich dankbar, dass ich sehr viele versierte Persönlichkeiten in meinen Teams hatte, die auch selber gute Ideen für Karlsruhe hatte und die auch 'n gutes Gespür hatten und die gute Entwicklungen vorangetrieben haben. Und das hat dann große Freude gemacht, weil man eigentlich auch nicht bei jedem Thema unbedingt mit dabei sein musste. Ich hab auch mal einiges laufen lassen, wo ich gesehen hab, es läuft gut. Das hat man dann halt oftmals bei den Personen auch als mangelnde Wertschätzung erlebt, weil der Flora sich dann Themen wie Stadthalle kümmert und vielleicht weniger den Radverkehr, der gut läuft. Aber ich hab immer gesagt, dort, wo Karlsruhe gut ist, uns gut läuft, muss sich Bürgermeister nicht jeden Tag einmischen. Da sollen die Kollegen das weitermachen. Mhm. Jetzt gibt's noch paar Themen, die der Aljuscha Löffler zu bearbeiten hat. Was würdest Du sagen, was sind die größten Aufgaben, die vor uns liegen als Stadt? Also ich beneide ihn nicht die schwierigste Gesamtgemengelage und das ist ja eine Aufgabe, die er wirklich jetzt anpacken muss. Wie kriegt man mit diesem extrem zukünftig reduzierten Budget die Leistungen, die Karlsruhe benötigt, überhaupt in eine gute Balance? Mhm. Also wir haben hier 'n Sanierungsstau, denkt man an Schulen. Mhm. Wir haben auf der anderen Seite 'n 'n reduziertes Budget. Wir haben viel Erwartungen 1 Bürgerschaft. Und wie kriegt ein Baubürgermeister hier die Prioritäten so hin, dass der Gemeinderat am Ende auch mitgeht? Mhm. Also das wird eine große Herausforderung sein. Und da haben wir selber die letzten Jahre auch ziemlich viel geschüttelt und gedrückt, sodass die der Unterhalt in bei Hoch- und Tiefbau schon so ist, dass wir unterjährig biepern müssen, dass dort her für die Straße nicht ausgeht oder wenn wenn eine Toilette verstopft ist, ja, ist jetzt sehr, sehr salopp, dann dass die, dass man da noch Toiletten tauschen kann. Also so so eng ist das Budget mittlerweile und das ist fürn Bauer letztendlich natürlich schon eine Herausforderung, weil man eben nicht große Visionen entwickeln kann, sondern wirklich im Klein Klein agieren muss. Da kann man auch wichtige Akzente setzen. Ja. Aber das ist eine Thematik, dem das ist wahrscheinlich die prägende Rahmenbedingungen für ihn. Bleibt mir eigentlich heute für heute nur das dir alles Gute zu wünschen, auf deinem weiter Weg. Das wird spannend, was dabei rauskommt. Was tut dem Baubürgermeister nach seiner Zeit? Das ist eine ganz große Frage, aber das wird sicher spannend. Und ich wünsch dir Gottes Segen. Vielen Dank. Ich wünsch dir eine gute Zukunft mit deiner ganzen Familie, die dir jetzt lange verzichtet auf dich oder die Kinder auch, deine Frau, dass sie, wollte ich jetzt satt werden an dir. Das klingt wunderbar. Vielen Dank. Ich wünsch statt Karlsruhe dir und euch ganz von Herzen auch alles Gute und bedank mich für diese wertschätzende gemeinsame Zeit. Danke. Wir verabschieden uns und wünschen euch an den Bildschirmen oder wo auch immer ihr seid, alles Gute. Tschüs.